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125 Jahre RAWIE

Solides aus Deutschland

Das Qualitätslabel ‚made in germany' hat für viele Unternehmen im Land nach wie vor einen hohen Stellenwert. Für RAWIE, den Osnabrücker Hersteller von Gleissicherungssystemen (im Volksmund ‚Prellböcke') und Zugangssystemen (hier stehen Schranken im Mittelpunkt) ist es Legende. In diesem Jahr feiert RAWIE sein 125jähriges Bestehen, seit Jahrzehnten ist das Unternehmen auf den Bahnhöfen der Welt vertreten. Und es sind nicht nur die Osnabrücker, die ihre Wartezeiten auf den nächsten Zug damit überbrücken, an den Gleisen entlang zu schlendern und bei den Prellböcken auf die Fabrikationsschilder zu schauen - Zeichen der Heimat, die einem selbst in den entlegenen Winkeln der Welt begegnen.

 

Zunächst einmal sind es ‚Prellböcke', die regelmäßig das Firmengelände an der Dornierstraße verlassen - immer wieder in anderen Farben, immer wieder andere Konstruktionen. Dass das so ist, liegt ganz einfach an unterschiedlichsten Gleissystemen, an unterschiedlichsten Zügen, an unterschiedlichsten nationalen Vorschriften - ein japanischer Hochgeschwindigkeitszug muss im Ernstfall anders gestoppt werden, als die Inselbahn auf Rügen. Im weltweiten Wettbewerb ist Rawie inzwischen Marktführer in diesem Segment, die meisten der Wettbewerber in aller Welt, die häufig mit einfachen Konstruktionen und Dumpingpreisen auftraten, sind mittlerweile vom Markt verschwunden. Was in der Welt der Eisenbahner zählt, sind Sicherheit, Stabilität, Zuverlässigkeit. In Deutschland sind sämtliche Gleisanlagen mit Sicherungssystemen von Rawie ausgestattet. Betreiber von Bahnanlagen in sämtlichen Erdteilen der Welt von Australien über Amerika bis Asien sind regelmäßige Auftraggeber für Eisenbahnen, Metros, U-, S- und Magnetbahnen. Eigentlich hat Rawie schon in jedes Land der Erde geliefert. Schienenstränge umspannen - einem dichten Netz vergleichbar - die Welt. Wo immer ein Strang endet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, auf eine Konstruktion aus Osnabrück zu treffen.

 

Rawie besitzt heute mehr als 50 Patente, entwickelt, baut und installiert Prellböcke so, wie es die individuellen Spezifikationen der Betreiber vorschreiben. Bislang mehr als 100 Modelle. Und es sind natürlich immer wieder neue Entwicklungen, die letztlich die Gesamtheit der Gleissicherungssysteme beeinflussen: Der Weg von der starren Gleisabschlusskonstruktion zu Verzögerungssystemen mit z. T. integrierten hydraulischen Zylindern war ein Weg über Generationen. Die allerersten Konzepte wie einfache Erdhügel als Gleisabschlüsse oder mit Erdhaufen hinterfütterte Wände aus Eisenbahnschwellen hat man bei Rawie allerdings von Anbeginn außen vor gelassen.

 

Neben Gleissicherungssystemen sind es heute Schranken- oder besser Zugangssysteme, auf die sich Rawie spezialisiert hat. Das mag zunächst überraschen, liegt aber auf der Hand, sobald man sich mit den historischen Wurzeln des Unternehmens auseinandersetzt. War es doch vor allem die Ausstattung der Bahnübergänge seinerzeit der Reichsbahn, mit denen man sich beschäftigte. Und natürlich zählten vor allem die Bahnschranken dazu. Als die Deutsche Bundesbahn dieses Arbeitsfeld dann in Eigenregie übernahm, erfolgte bei Rawie die Umorientierung auf den Bereich der Industrieschranken. Mit dem erworbenen Know How war es ein Leichtes, sehr schnell an dem expandierenden Markt der Zugangssysteme z.B. Industrieanlagen, Banken, öffentlichen Bereichen, Parkhäusern etc. zu partizipieren. Heute reicht das Spektrum von einfachen Handschranken, über Industrieschranken unterschiedlichster Ausstattungen bis hin zu kamera-/computerbasierten Zugangssystemen mit automatisierter Nummernschilderkennung, die zur Lenkung der Verkehrsströme auf Firmengeländen eingesetzt werden. Während der Markt der Gleissicherungssysteme für Rawie die ganze Welt ist, findet er für die Zugangssysteme im wesentlichen im nordwestdeutschen Raum statt. Hier ist es der Ehrgeiz der Verantwortlichen, bei jeder Ausschreibung dabei zu sein.


Die Geschichte des Unternehmens ist eine Erfolgsstory geprägt von unternehmerischem Engagement und Durchhaltevermögen: Im Jahre 1882 gründet Franz Rawie in Osnabrück ein Unternehmen, mit dem er sich auf die Verarbeitung von Stahl spezialisiert. Nach guter alter Unternehmerart erhält es den Familiennamen seines Gründers - RAWIE. Im Mittelpunkt der Unternehmensleistung steht die Belieferung regionaler Industriebetriebe, vor allem die Zusammenarbeit mit den Ausbesserungswerken der Deutschen Reichsbahn. Man schreibt das Jahr 1902, als man bei Rawie beginnt, Prellböcke für die Reichsbahn zu entwickeln. Das erklärte Ziel: Züge sollen am Ende eines Gleises wirksam abgebremst werden - ein seit langem einge-forderter Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit auf deutschen Bahnhöfen. Intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden Jahre später belohnt: Die Deutsche Bundesbahn legt 1951 mit ihrer Durchführungsverordnung 813 fest, dass sämtliche Gleisabschlüsse ihres Schienennetzes mit Bremsprellböcken von Rawie auszustatten sind; und andere folgen. Schon bald schließen sich Betreiber von Privatbahnen, der Bergbau sowie die über eigene Gleisanlagen verfügende Stahlindustrie, Chemieindustrie etc. an - ein neuer Sicherheitsstandard ist definiert. Der Aufbau moderner, schienengebundener Nahverkehrssysteme in Deutschland, Europa und weltweit setzt neue Maßstäbe. Und Rawie entwickelt spezialisierte Bremsprellböcke für S-Bahnen, für Metros, für Straßenbahnen - stets unter Berücksichtigung individueller Anforderungen wie Gewicht, Bremsleistung und Aufprallgeschwindigkeit der eingesetzten Züge. Mit immer wieder neuen Entwicklungen gelingt es Rawie entscheidende Beiträge zum hohen Sicherheitsstandard der deutschen Bahnindustrie zu leisten. Bremsprellböcke von Rawie finden sich heute auf allen Kontinenten, in nahezu allen Ländern der Welt. Sie leisten einen anerkannt wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Schienenverkehrs.

Im Jahre 1979 verlegt das Unternehmen seinen Sitz an den heutigen Standort Dornierstraße 11 in Osnabrück und schafft Arbeitsplätze für ca. 60 Mitarbeiter.

 

Von Beginn an ist die Geschäftspolitik des Unternehmens dadurch geprägt, Produkte zu entwickeln und zu fertigen, die sich zuverlässig durch hohe und höchste Qualität auszeichnen. Der kompromisslose Aufbau eines effizienten Qualitäts-Management-Systems und seine kontinuierliche Weiterentwicklung zählen dazu.

RAWIE ist heute mehrheitlich im Besitz der Hellmann Gruppe, die Geschäftsführung teilen sich Renate Högermann und Jost Fründ.

 ©TAMMEN GMBH

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